Hohe Warte

 Landesherrliche Bergwerke


Bergbau am Deister

Am 24 Oktober 1844 berichtet der Obersteiger Stopp im Auftrag der Hannoverschen Bergwerks- Administration in Egestorf über einen im oberen Stockbachtal an der Hohen Warte geplanten Kohleabbau. Der erste Spatenstich des"Hohe Warther Stollens" erfolgte daraufhin am 20. Januar 1845. Bereits im November des gleichen Jahres kam es mit einer Belegschaft von 11 Bergleuten zum Flözdurchhieb.

Aus " Erinnerungen an den Steinkohle-Bergbau im Deistergebirge " von Horst Krenzel

Der Hohe- Warte- Stollen

1866

Geschichtliche Darstellung des Kohlenbergbaues im Fürstenthume Calenberg

von Amtassessor A. Ebert zu Lehe .

Das Stollenmundloch des Hohe Warte Stollen


Kreiselkipper Hohe Warte Stollen 1933

Bild: Stadt Barsinghausen

Hohe Warte Einfahrt 1933

Bild: Stadt Barsinghausen

Hohe Warte-Stollen der Bergwerksadministration am Deister mit Sitz in Egestorf

Der Hohe Warte-Stollen war ein wichtiger Teil der Bergbaugeschichte im Süersser Brink. Er wurde 1845 eröffnet, um die Kohle aus den südlichen Abbaugebieten schneller und einfacher zur Nienstedter Chaussee zu bringen, die die Hauptverkehrsader für den Kohletransport ins Deistervorland war.

Um die Abbaustellen auf der anderen Seite der Nienstedter Chaussee leichter erreichen zu können, wurden auf der westlichen Seite der Nienstedter Chaussee die Hohe Warte-Einfahrt und am Grünen Brink die Hohe Warte-Rösche angelegt.

Der Hohe Warte-Stollen war lange Zeit sehr produktiv und erreichte 1871 seinen Höhepunkt mit einer Fördermenge von 26.773 Tonnen Kohle. Danach ging die Förderung jedoch stark zurück, da die Kohlevorräte erschöpft waren und die Konkurrenz durch andere Bergwerke und Energieträger zunahm. 1877 wurde der Stollen schließlich stillgelegt .

Auf der Verladerampe der Hohen-Warte-Einfallenden-Strecke ist ein kohlebeladener Förderwagen von untertage geschoben worden. Mittels Kreiselwippers, der den gesamten Wagen umdreht, wird die Kohle in den darunter befindlichen Bunker gestürzt. Am Kreiselkwipper steht " Druck" Dreier aus Egestorf.

Quelle: Host Krenzel

Eine Dampflokomotive der Hohe-Warter-600-mm Schmalspurbahn rangiert am Bremshäuschen"Hohe Warte". Die Bahn hat die Kohle aus den Hohe-Warte-Stollen, Hohen-Warter-Einfahrt und des Grünen-Brink-Stollens nach Egestorf zu der dortigen  Verladung gebracht.

Quelle: Horst Krenzel

Kohle- Verladestation

Quelle: " Die Deister- Kohlepfade"

Stollenmundloch


Die Kohleproduktion an der Hohen Warte wurde nach dem Ersten Weltkrieg an mehreren Stellen wieder aufgenommen. Von 1923 bis 1931 nutzte man eine Schmalspurbahn mit 600 mm Spurweite, um die Kohlenwagen von den Stollen zu einem Bremsberg zu bringen, von wo aus sie zum Verladedamm an der Eisenbahnlinie abgesenkt wurden. Die Fördermenge erreichte 1922 ihren Höhepunkt mit 35.169 Tonnen, sank aber bis 1930 auf 7056 Tonnen ab. Die Schmalspurbahn wurde 1931 stillgelegt und demontiert. Die Kohleförderung an der Hohen Warte und am Grünen Brink endete 1942. Die Kohle wurde mit Lastwagen zum Zechengelände am Klosterstollen Barsinghausen gebracht, nachdem die Gleise und Verladeanlagen abgebaut worden waren.

In den Jahren 1955 und 1956 wurden die Hoffmannsstollen bei und oberhalb des Hohe-Warte-Stollens angelegt und für zwei Jahre Restfelder abgebaut, die früher nicht ausgebeutet worden waren.


Quelle :wikipedia

Grubenriss im Bereich des Hohe Warte-Stollens.


grün: Süersser Brink, gelb: Hohe Warte ; orange: Kniggenbrink, rot : Forstgrenze, blau: Nienstedter Straße


Quelle : NLA HA, 12e Egestorf 5 pm  ( ca. 1860 )


AWO-Heim   Hohe Warte   1948

Fotograf : Gerhard Dierssen


Privatunternehmer betreiben den

Freiherr Knigge`schen Bergbau am Deister 

Die Freiherlich Knigge`sche

Familie hat 1882 die Bergwerke sowie die Kalk- und Steinbrüche an die Firma Menge in Hannover verpachtet.

Bereits im Januar 1887 hat die neu gegründete " Gewerkschaft Friedrich Albert " die Pachtverträge mit Zustimmung des Besitzers übernommen.

Auf Zeche " Kniggenbrink", sowie auch auf den Leoschacht und dem Augustschacht im Bredenbecker Grubenfelde war die Steinkohlenförderung seit Jahren im Gang

Die aufgeschlossene Qualität war durch das Gutachten des Königl. Fürstl. Berginspektors Franke und die Messungen des Königl. Markscheiders Rösing festgestellt worden.

Die Qualität der Kniggenbrinker Kohlen galt zu der Zeit ,als die beste aller Deisterkohlen.
Mit dem Frachtvorsprung gegen Westphalen stand danach ein lohnender Betrieb in Aussicht.

 

Durch die Verträge zwischen der Freiherrlich Knigge`schen Familie und der Gewerkschaft " Friedrich Albert" sollte die Ausbeute der Steinkohlenlager für alle Zeit gesichert sein, so lange überhaupt bauwürdige Kohle vorhanden ist.

Die Gewerkschaft hat sich aber leider nicht lange halten können, die Betriebe wurden von Knigge wieder übernommen.


Zeche Kniggenbrink

wird vom königlichen Bergfiskus übernommen


Die Geschichte der Zeche Kniggenbrink ist eng mit den Freiherren Knigge und dem preußischen Staat verbunden. Im Jahr 1892 kaufte der Bergfiskus die Zeche mit allen Stollen und Schächten von den damaligen Eigentümern. Der Kaufvertrag wurde vom Minister für Handel und Gewerbe, Freiherr von Berlepsch in Berlin unterzeichnet.

Die Zeche Kniggenbrink war eine der bedeutendsten im Deistergebiet. Sie verfügte über die Hauptstollen, zwei Hilfsstollen, zwei Förderschächte, mehrere Wetterschächte und den 1866 fertiggestellten "Kniggenbrinker Tiefer Stolln", der fast zwei Kilometer lang war und in der Mitte von Egestorf an die Oberfläche trat. Der Stollen diente vor allem der Entwässerung der Grube.

Leider konnte die Zeche Kniggenbrink nicht lange rentabel arbeiten. Die Weltwirtschaftskrise zwang die Betreiber, die Grube 1928 stillzulegen. Seitdem sind die meisten Anlagen verfallen oder abgerissen worden.



Eisenbahnerstollen  2024