Georgsmarienhütte

Steinkohlebergbau im Fürstentum Osnabrück

Steinkohlebergbau bei Georgsmarienhütte

Historischer Bergbau bei Georgsmarienhütte

Tiefbauanlagen Georgschacht, Oesede Tiefbau- und Ottoschacht. 


Im Jahr 1858 begannen die Arbeiten an den Tiefbauanlagen Georgschacht, Oesede Tiefbau- und Ottoschacht. Als 1866 der vom Tiefbauschacht Oesede ausgehende Stollen Kloster Oesede erreicht hatte, wurden die Anlagen vom Preußischen Staat übernommen.[1] Im März 1868 begann man mit dem Abteufen des Ottoschachtes. Seit 1887 gab es eine Förder- und Wetterverbindung zum Georgschacht.[2] Die gesamte Förderung wurde dem Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein zugeführt. Parallel dazu waren der Fiskus und der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein daran interessiert, die Kohlen preiswerter transportieren und besser absetzen zu können. Die Hütte bezog von hier einen Großteil ihrer Kohlen. Ein Vertragsabschluss über die Abnahme von Kohlen mit dem Osnabrücker Stahlwerk scheiterte an dem Umstand, dass man dort auf Eisenbahntransport eingerichtet war. Auch scheiterten aufgrund der hohen Landfracht Versuche, in Osnabrück die gewaschenen Nuß- und Schmiedekohlen abzusetzen.

Eine 3,1 km lange Schienenverbindung zum Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein wurde am 1. November 1881 in Betrieb genommen. Den Transport übernahm die Georgsmarienhütten-Eisenbahn. Mit der Aufnahme des Eisenbahnbetrieb auf der Bahnstrecke Osnabrück-Brackwede am 14. August 1886 übernahm die Staatsbahn die Grubenbahn.

1889 (Stilllegung)

Der fiskalische Bergbau von Ösede und Borgloh hatte 1885 eine Jahresproduktion von 120.000 Tonnen. Der Bergbau in Ösede endete im September 1889 mit der Stilllegung des Ottoschachtes. Im Dezember 1888 waren noch 574 Mann beschäftigt, Anfang April 1889 bereits nur noch 332. Gründe für die Stilllegung waren die schlechter werdende Flözbeschaffenheit, hohe Wasserzuflüsse und Absatzprobleme durch die zunehmende Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet. Nach der Einstellung der Kohlenförderung in der Zeche Hilterberg 1903 wurde auch die Kohlenwäsche am Bahnhof Ottoschacht eingestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Kohlengewinnung in zahlreichen Stollen und Schächten zeitweilig wieder aufgenommen.


 

Ottoschacht bei Kloster Oesede

Der Steinkohlebergbau dominierte einst die Gegend um Kloster Oesede 

Der Abbau der Wealdenkohle fand in geringen Teufen am Ausbiss der Flöze statt. Ab 1722 wurde der Bergbau unter fiskalische Leitung gestellt und die bisherige Kohlengräberei mit Hilfe von verschiedenen Sachverständigen in einen geregelten Abbau überführt. Durch den Bau einer Saline in Bad Rothenfelde und einer Glashütte in Bohmte waren Abnehmer für die Steinkohle vorhanden. Später hatte der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein Interesse an der Kohle aus dem nahegelegenen Schacht. Mit der Erschöpfung der Vorräte – abgebaut wurden etwa 0,5 Mio. Tonnen Kohle – erfolgte der Übergang in den Tiefbau.