Bergbau im Königreich Hannover

Landesherrliche Bergwerke

Georg der III war ab den 25.Oktober 1760 König von Großbritanien und Kurfüst von Braunschweig- Lüneburg.

Verwaltet und regiert wurde Kurhannover über die Deutsche Kanzlei in London und den dortigen hannoverschen Minister

sowei den Geheimen Rat in Hannover.


Steinkohle 1865 in Deutschland

Mit jeden Tage wird es augenfälliger, dass die fossielen Brennstoffe und unter diesen vernehmlich die Steinkohle die eigentliche  Grundlage unserer heutigen materiellen Entwicklung sind. Als reichlicher Quell mechanischer Arbeit ... als wesentliches Erzeugungsmittel von Dampf und Eisen ist die Kohle allmächtig geworden; fast jeder gewerbliche Fortschritt unserer Zeit steht in Beziehung zu ihr, jedes technische Unternehmen wird da leicht ausführbar, wo sie zur Verfügung steht, ihr Mangel vermag die empfindlichsten Calamitäten herbeizuführen.

( Vorrede zu den  Buch " Steinkohlen Deutschlands und anderen Länder Europas" München 1865  )

Kohlenbergbau im Fürstenthum Calenberg 1866

Geschichtliche Darstellung des Kohlenbergbaues im Fürstenthum Calenberg von Amtsassessor Ebert 1866.

Die Kohlengebirge des Fürstenthum Calenberg gehören zu der Gebirgskette, welche im Ganzen aus Südost nach Nordost streichend, sich vom Harz ab bis in das Fürsthentum Osnabrück erstreckt .

In den 23 im Betreib befindlichen Bergwerken im Fürstentum Calenberg sind im Jahre1863 insgesamt  1579 Arbeiter beschäftigt. Im Jahre 1861 waren durch die große Nachfrage nach Deistersteinkohle 1887 Bergarbeiter beschäftigt.

Laut Ebert war durch die gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften bedingt durch vielfache Neigung zur  Trunksucht und Ruhestörung eine  strengere polizeiliche Beaufsichtigung notwendig.

Das Königliche Ministerium des Innern hat für die Arbeiter bei den Kohlebergwerken  eine allgemeine Vorschrift erlassen:

Für jeden Arbeiter ist ein Dienstbuch zu führen.Im Dienstbuch ist das Verhalten der Arbeiter festzuhalten, bei Abkehr, wer hat die Kündigung veranlasst. Widersätzlichkeiten gegen Vorgesetzte ,Trunkfälligkeit , oder sonstige grobe Ungebühr sind im Dienstbuch zu vermerken.

Ohne Dienstbuch darf darf kein Arbeiter bei einen anderen Bergwerk in Dienst genommen werden.Den Zeitgeist des Absolutismus entsprechend " Alle Macht geht vom König aus" sind die Bergarbeiter oftmals der Willkürr der Vorgesetzten ( Steiger ) ausgesetzt.


Bergwerke am Deister

1.) Der Bröhn

Das im Besitz der Joh. Egestorfschen Erben zu Linden befindliche Steinkohlenbergwerk ist das älteste am Deister.

2.) Der Hülsebrink

Im November 1847 haben Egestorffsche Bergleute durch Treibung eines Stollens, den Bergbau begonnen.Durch Gerichtlichen Streit mit der Klosterverwaltung konnte der Bergbau erst am 17.December 1849 fortgefüht werden .


1861 sind 161 Bergleute in den Egestorffschen Bergwerken beschäftigt . Der Geldwert der Produktion beträgt 38.200 Thaler

Die freiherrlich Kniggeschen Bergwerke

1. Der Kniggenbrink

Das Werk ist 1816 entstanden.Die Kohlenförderung lag 1864 bie 465.076 Balgen ( Zentner ).

Es waren 160 Bergarbeiter beschäftigt.

2. Die Bergwerke oberhalb Bredenbeck

Kohlenförderung 1864 war178.055 Balgen bei einer Belegschaft von 76 Bergarbeiter.

Steinkohlen- produktion im Königreich Hannover

2814 Bergleute waren in 32 Gruben beschäftigt

Die Produktion betrug 6.345.499 Zentner               Steinkohlen                           ( Schwarzkohlen).

Der Geldwert der Produktion entsprach 711.619 Thaler


Im Jahre 1863 lag die Förderung am Osterwald  bei 676.000 Balgen mit 335 Arbeiter , am Piesberg  713.522 Balgen mit 399 Arbeiter


Zollverein



Im Jahre 1863 sind 34 Kohlebergwerke im Königreich Hannover im Betrieb, hiervon befinden sich 24 Werke im Fürstentum Calenberg.

 

In gesamt Deutschland              ( Zollverein ) waren 1862 bereits 90.561 Bergleute  in 671 Steinkohlebergwerken beschäftigt.

Die Gesamtproduktion betrug 338.134.452 Zentner Steinkohlen im Wert von 28.489.558 Thalern

Steinkohlenbergwerke im Königreich Hannover 1814 bis 1866


Oberer - Süersser-Brinker Stollen

Bergmeister Rave vom kleine Süntel führt die Bücher über die 

"Einnahmen und Ausgaben der herrschaftlichen Bergwerke  am Süerßer - Brink "

Bild -    Auszug von     1809


Die Königlichen Gruben am Suerser Brink

                                         Wilhem Schulze, Berlin 1821

Königliche Gruben.


am Suerser Brink, einen von der Höhe des Deisters nördlich auslaufenden Gebirgsjoch, 1/2 Stunde Entfernung vom Kloster Wennigsen. Das Flötz dieser Grube hat  die geringste Mächtigkeit  von sämmtlichen bekannten Flötzen am Deister , und solche beträgt höchstens 8 meistens 6, auch oft 4 Zoll. Es durchschneidet das Gebirgsjoch unter einem Fallwinkel 10 -12 Grad und ist sonst ganz regulär. Das Ausgehende  desselben ist halbkreisförmig . Die hiesigen Steinkohlen haben vor allem übrigen am Deister  große Vorzüge , und werden am höchsten im Preis gehandelt; dennoch wurden sie von den Schmieden bisher wenig oder gar nicht gesucht.


Der obere Bau der Grube, welcher mehr östlich belegen ist, hatte eine beträchtliche Anzahl Schächte und wurde durch eine, in der den Brink gegen Osten begrenzenden Schlucht angesetzte Rösche und Grundstrecke vom Wasser befreit.Hier ist alles Flötz bis an das bogenförmige Ausgehende abgebaut. Mit einer tiefern Sohle ist man von der anderen Seite , aus der Schlucht  gegen Abend herangekommen, und der dortige Bau ist sehr regelmäßig. Die Diagonalstrecke, welche wegen geringer Mächtigkeit des Flötzes, die hier nur 6 Zoll anzunehmen ist , von 22 Lachter zu 22 Lachter angesetzt werden, erhalten so 30 Lachter Länge .

Kohlengedinge


Die Grundstrecke wird zwischen Dach- und Sohlengestein immer vorauf getrieben, und erhält ungefähr auf 60 Lachter einen Schacht. Das Gedinge beträgt pro Lachter Ortsbetrieb 5- 6 Rtlr. Obgleich solche Grundstrecke genau söhlig fortgehen, und der Reinlichkeit wegen Schlammsümpfe erhalten soll, so ist solches auf  die ersten 40 Lachter doch  nicht beobachtet worden, und man ist zum Unterwerken genötigt, um die Röschensohle wieder zu erhalten, und in dieser die Grundstrecke fortzuführen.

Das Kohlengedinge pro 100 Balgen beträgt  2 1/2 bis 3 Rthl. inc. Förderung. Die Förderung findet von den Streben und Diagonalstrecken mit großen Tröge statt.

Die Tröge sind  ausgehölte Buchenstämmen, welche der besseren Haltbarkeit wegen mit eisernen Schienen belegt sind. Diese leisten  auf der thonigen Sohe des Flötzes gute Dienste .

Jahresgewinn


Die jährliche Förderung dieser Grube beträgt 40.000 Balgen, welche bei einem Verkaufspreis von 18 Pf. pro Balge einen Werth von 2.500 Rthl. haben; der reine Ertrag der Grube kann soich auf 500 Rthl. jählich belaufen. Die Rechnung führt in Gemeinschaft  mit dem Daberger Werke,  Herr Förster Allershausen aus Völksen; zur Specialaufsicht der Grube ist ein Steiger  desgleichen ein Kohlenmesser vorhanden.


Um das hiesige Steinkohlenflötz mit noch tieferen Sohlen anzugreifen, fehlt es nicht an Gelegenheitt und ein Hauptversuch 100 - 200 Lachter näher dem Thale gegen Mitternacht würde der Mühe werth zuhalten seyn, und an neue Ausrichtung in dem dortigen, sich mehr verflächenden, minder durch Schluchten getheilten und deshalb hoffnungsvollen Gebirge führen.

Horst Kenzel , Heft 7   2004    Arbeitskreis Bergbau der Volkshochschule Schaumburg


Nach fast  100 Jahren Bergbau am Suersser Brink unter Königlich Hannoverscher bez. Königlich Preußischer Bergbauverwaltung  von 1797 bis 1891 wurde in den 1930 Jahren im Oberen Suersser Brink-Stollen wieder gearbeitet.


Nach den 2. Weltkrieg betrieb der Landkreis Hannover ab 1946 den Stollen über 7 Jahre Notbergbau

 Als der Landkreis Hannover den Betrieb des Oberen Suersser Brink-Stollen von 1946 bis 1953 in eigener Regie leitete, kümmerte sich besonders der Kreistagsabgeordnete und Bürgermeister von Hohenbostel, Ernst Ottleben, selbst gelernter Bergmann, um die Belange der Bergleute. Er sorgte unter anderem dafür, dass 1952 , als festes Haus eine Waschkaue errichtet wurde.

Die damalige Waschkaue wurde bis 2016 als Wanderheim für Jugendgruppen genutzt.


Am 1. Dezember 1947 genehmigte die brittische Militärbehörde K.R.O. unter Offizier C.H. Cahil den Betrieb für den Hausbrand im Landkreis Hannover, wenn der Landkreis die Abbaumittel bereitstellt und Forstbeamte nicht behindert  werden.