Pusterwald liegt in der Obersteiermark und wird von 15 Zweitausendern umgeben. Die Seehöhe reicht von 951 m bis zum höchsten Gipfel, dem Hohenwart mit 2.363 m. Das Dorf selbst befindet sich auf 1.072 m Seehöhe. Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 105,29 km² und erstreckt sich über eine Länge von rund 24 Kilometern. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 430 Personen.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Pusterwald im Jahr 1318, doch das Tal war bereits seit 1294 unter dem Namen „Freythal“ bekannt. Die Pfarrkirche „Maria im Moos“ wurde im Jahr 1430 errichtet.
Im Jahr 2019 wurde Pusterwald beim europäischen Wettbewerb für Blumenschmuck, Lebensqualität und Nachhaltigkeit zum schönsten Dorf Europas ausgezeichnet (GOLD AWARD). Zudem erhielt der Ort bereits mehrfach den Titel „Schönstes Gebirgsblumendorf der Steiermark“.

Alpengold
Goldbergbau in Pusterwald
Mit etwas Glück kann man in den Wölzer Tauern auf Gold stoßen. Der Scharnitzbach spült das funkelnde Edelmetall nämlich zu Tal. In Pusterwald kann man die hohe Kunst des Goldwaschens lernen .
Tourismusverantwortliche in Pusterwald haben sich zur Aufgabe gemacht, diese alte romantische Sagenwelt wieder aufleben zu lassen und in unsere schnelllebige Zeit zu bringen. Das Goldwaschen kann für Jung und Alt eine erholsame und ruhige Freizeitbeschäftigung in einer wirklich noch heilen Natur darstellen.

Frühe Besiedlung und historische Goldgewinnung
im Pusterwaldtal
Als vermutlich älteste Siedler des Pusterwaldtales, eines Nebentales des Pölstales, lassen sich durch archäologische Funde die Illyrer (800–400 v. Chr.)sowie die Kelten (ab 400 v. Chr.)nachweisen. Es gilt zudem als wahrscheinlich, dass auch die später eingewanderten Römerin diesem Gebiet bereits Gold und Silbergewonnen haben.
Nach der durch die Völkerwanderung bedingten Phase weitgehender Entvölkerung setzte zwischen dem 10. und 12. Jahrhunderteine erneute Besiedlung des Tales ein. Bairische und fränkische Siedler wurden dabei von geistlichen und weltlichen Grundherren, darunter den Grafen von Montfort, angesiedelt. Im 15. Jahrhundert verlieh Kaiser Friedrich III. (1415–1493)mehreren Personen das Recht, das sogenannte Tauerngoldin Pusterwald abzubauen.
Ein weiterer Hinweis auf mittelalterliche Schurftätigkeiten stammt aus dem Jahr 1588(Wichner, 1891).
Sagen und Überlieferungen
Der mündlichen Überlieferung zufolge ruht die Bergwelt von Pusterwald sprichwörtlich auf „vier Säulen aus Gold“. In einer alten Goldgräberfibel wird erzählt, ein Hüterbub habe sich über die ungewöhnliche Farbe der Zähne seiner Schafe gewundert. Als er die Tiere in den Stall brachte, bemerkten auch seine Eltern, dass die Zähne vergoldetwaren. Man führte dies auf einen goldführenden Bach zurück – und der Sage nach wurde dort tatsächlich fündig.
Eine weitere Überlieferung berichtet, dass Kühe, die im Goldsee am Hochwartim Schlamm standen, mit goldenen Klauenwieder herausgekommen seien.


Die weiteren historischen Schurfarbeiten
Erst Ende des 19.Jahrhunderts begann man wieder zu schürfen. Die aus dem Sudetenland stammenden Gebrüder Heinzl reaktivierten den Goldbergbau und belegten weite Gebiete mit Freischürfen, steckten beträchtliche Summen in einzelne Begutachtungen und ließen auch reichlich Analysen und verschiedene Aufbereitungsversuche durchführen, teilweise mit Großproben, beispielsweise bei den Krupp-Gruson Werken in Magdeburg. Auch geophysikalische (elektrische) Schürfungen durch eine Kasseler Gesellschaft wurden gemacht. Alles dies zehrte die vorhandenen Mittelrecht rasch auf.
Ab dem Jahr 1938 wurde das damalige Reichsamt für Bodenforschung (Zweigstelle Wien) mit der geologischen Aufnahme des Gebietes betraut, wofür Herr Dr. A. Thurner verantwortlich war. Parallel dazu setzte die der Leitung von Prof. Dr. Friedrich unterstellte Lagerstätten‑Forschungsstelle bergmännische Schurfarbeiten an.
Aufgrund fehlender finanzieller Mittel mussten diese Arbeiten jedoch eingestellt werden, bevor die grundlegende Frage, ob die Vorkommen bauwürdig sind, eindeutig geklärt werden konnte.
Die Aurex Biomining AG, als private Aktiengesellschaft mit Sitz in der Schweiz, ist ein in Europa tätiges Explorationsunternehmen und beschäftigt sich mit dem Aufsuchen, Untersuchen und Entwickeln von wertvollen Rohstoff- und Edelmetallvorkommen im EU-Raum, vorwiegend kritischer Rohstoffe, sowie Gold und Silber
Das derzeitige Betätigungsfeld liegt in Österreich, im rohstoffreichen Bundesland Steiermark, wo das Unternehmen ein vielversprechendes Gold- und Lithiumprojekt auf einer Gesamtfläche von etwa 40 km² betreibt. Ein zukünftiger Abbau und die damit einhergehende Erzverarbeitung soll im umweltfreundlichen Biomining-Verfahren durchgeführt werden.

Goldvorkommen und Explorationsaktivitäten im Gebiet Pusterwald
Aus dem südöstlichen Bereich der Wölzer Tauern in der Nähe der Ortschaft Pusterwald sind insgesamt
14 historische Goldfundorte überliefert.
In einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1952, verfasst von Hofrat Dr. Lukas Waagen, dem damaligen Chefgeologen der Geologischen Bundesanstalt a. D., wird das Goldvorkommen von Pusterwald als
„ungemein aussichtsreich“ bezeichnet.
Die Silbermine Zeiring GmbH verfügt – bewilligt durch das österreichische Bundesministerium – über
96 Freischurfberechtigungen im Bereich der Ortschaft Pusterwald. Das Projektgebiet umfasst rund 40 km² und liegt auf einer Seehöhe zwischen etwa 1050 und 2000 m. Zwischen dem Unternehmen, der Gemeinde und den Grundeigentümern bestehen gute und konstruktive Kontakte.
Im Projektgebiet Pusterwald, insbesondere im Plättenkargebiet, wurden in den vergangenen Jahren durch Laboranalysen zahlreiche hervorragende Goldgehalte nachgewiesen – darunter Spitzenwerte von bis zu 85,2 g/t Au
in Gesteinsproben. In diesem Bereich führten die Geophysiker Dr. Stoll (Messtechnikfirma MGT, Deutschland) und Dr. Gurk(Universität Köln) geophysikalische Messungen durch.
Explorationsplanung der Silbermine Zeiring GmbH .
Das Unternehmen plant, in den kommenden zwei bis drei Jahren auf die ermutigenden Ergebnisse der bisherigen Explorationssaisonen aufzubauen. Vorgesehen ist ein umfangreiches und weiterführendes Explorationsprogramm in mehreren vielversprechenden Abschnitten des Projektgebietes, mit besonderem Fokus auf das Plättenkargebiet:
systematische geochemische Probennahme mit anschließender Laboranalyse
geophysikalische Messungen mit strukturgeologischer Auswertung
Festlegung von Bohrpunkten und Durchführung von Kernbohrungen
erste Einschätzung der Größe und Ausdehnung der Goldvererzung
Foto von der Erzprobe mit einem Edelmetallgehalt von etwas mehr als 85 g/t Gold