Hohe -Warte-Stollen

Landesherrliche Bergwerke


 1866

Geschichtliche Darstellung des Kohlenbergbaues im Fürstenthume Calenberg 

von Amtassessor A. Ebert zu Lehe .

   


Bergbau am Deister

Am 24 Oktober 1844 berichtet der Obersteiger Stopp im Auftrag der Hannoverschen Bergwerks- Administration in Egestorf über  einen im oberen Stockbachtal an der Hohen Warte geplanten Kohleabbau. Der erste Spatenstich des"Hohe Warther Stollens" erfolgte daraufhin am 20. Januar  1845. Bereits im November des gleichen Jahres kam es mit einer Belegschaft von 11 Bergleuten zum Flözdurchhieb.

Aus " Erinnerungen an den Steinkohle-Bergbau im Deistergebirge " von Horst Krenzel

Der Hohe- Warte- Stollen

Geldwert der Produktion

1861   27.380 Thaler    1862   25.906 Thaler  1863   35.728 Thaler

Mundloch des  Hohe Warte- Stollen  im Oktober 2020

Hohe Warte-Stollen
Im Süersser Brink entwickelte sich das Abbaugebiet immer weiter in südliche Richtung. 

Die Transportwege zur Kohlenstraße, die vom Georgsplatz nach Wennigsen führte, wurden immer länger.

Das Bergwerk an der Hohen Warte war auch wegen der günstigen Bedingungen für den Abtransport der Kohle interessant. Denn es bedurfte nur eines kurzen Weges, um die Nienstedter Chaussee zu erreichen, über die die Kohle mit Pferdefuhrwerken ins Deistervorland gebracht wurde.

Der Bergadministration erschien es daher  günstiger 1845 nahe der Nienstedter Straße, unmittelbar an der Kniggeschen Forstgrenze einen neuen Förderstollen anzusetzen:

den     Hohe Warte-Stollen.


Um die Abbaustellen auf der anderen Seite der Nienstedter Chaussee leichter erreichen zu können, wurden auf der westlichen Seite der Nienstedter Chaussee die Hohe Warte-Einfahrt und am Grünen Brink die Hohe Warte-Rösche angelegt.


Die Kohlenförderung konnte 1871 bis auf 26.773 t gesteigert werden, danach ging sie aber die Förderung zurück. Nachden 1876 nur noch 12.884 t gefördert wurde,  ist 1877 ist die Kohlenförderung über die Stollen an der Hohen Warte eingestellt worden.

  Deisterbergbau Hauer im Streb

Skizze von Steiger F. Kort

Kohle- Verladestation

Quelle: " Die Deister- Kohlepfade"

Auf der Verladerampe der Hohen-Warte-Einfallenden-Strecke ist ein kohlebeladener Förderwagen von untertage geschoben worden. Mittels Kreiselwippers, der den gesamten Wagen umdreht, wird die Kohle in den darunter befindlichen Bunker gestürzt. Am Kreiselkwipper steht " Druck" Dreier aus Egestorf.

Quelle: Host Krenzel

Eine Dampflokomotive der Hohe-Warter-600-mm Schmalspurbahn rangiert am Bremshäuschen"Hohe Warte". Die Bahn hat die Kohle aus den Hohe-Warte-Stollen, Hohen-Warter-Einfahrt und des Grünen-Brink-Stollens nach Egestorf zu der dortigen  Verladung gebracht.

Quelle: Horst Krenzel


Ab 1919 begann auch an mehreren anderen Stellen an der Hohen Warte wieder die Kohleförderung. 1923 bis 1931 wurde zum Transport eine 600-mm-Schmalspurbahn genutzt, die von den Verladeplätzen an den Stollen zu einem Bremsberg führte, über den die Kohlenwagen zum Verladedamm an der Eisenbahnstrecke hinabgelassen wurden. Die im Jahr 1922 bis auf 35.169 t gesteigerte Förderung ging jedoch bis auf 7056 t im Jahr 1930 zurück, so dass die Schmalspurbahn 1931 eingestellt und anschließend abgebaut wurde. Die Kohleförderung an der Hohen Warte und am Grünen Brink wurde 1942 ganz eingestellt. Die Kohle war seit dem Abbau der Bahngleise und Verladeeinrichtungenmittels Lastkraftwagen zum Zechengelände am Klosterstollen Barsinghausen transportiert worden.

In den Jahren 1955 und 1956 wurden die beiden Hoffmannsstollen bei und oberhalb des geschlossenen Hohe-Warte-Stollens aufgefahren und je zwei Jahre lang früher stehen gelassene Restfelder abgebaut.

Quelle :wikipedia

Grubenriss im Bereich des Hohe Warte-Stollens.


grün: Süersser Brink, gelb: Hohe Warte ; orange: Kniggenbrink, rot : Forstgrenze, blau: Nienstedter Straße


Quelle : NLA HA, 12e Egestorf 5 pm  ( ca. 1860 )


Im Bereich „Hohe Warte“ nahe dem Nienstedter Pass wurden im Zuge des Bergbaues mehrere Fachwerkgebäude errichtet. Nach Einstellung der Kohleförderung um 1935 dienten diese Bauten ab 1940 als Lager für serbische Kriegsgefangene. Von 1947 bis 1989 befand sich dort das Kinderheim Hohe Warte der Arbeiterwohlfahrt (AWO).