Kalisalzbergbau in Ronnenberg
Kalibergbau im Gebiet der heutigen Stadt Ronnenberg
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Gebiet der heutigen Stadt Ronnenberg ein bedeutendes Zentrum des Kalibergbaus.
Mehrere Schachtanlagen nutzten den Benther Salzstock, dessen mächtige Lagerstätten seit den 1890er‑Jahren erschlossen wurden.
Die Bergwerke prägten Wirtschaft, Landschaft und Bevölkerungsentwicklung der Region nachhaltig
Bergwerksbetrieb in Empelde
Kaliwerk Hansa–Silberberg der Gewerkschaft Hansa–Silberberg
Schächte: Hansa I und Hansa II (Empelde)
Dieses Werk nutzte einen Teile des Benther Salzstocks, war aber technisch und betrieblich eng mit den Kaliwerken in Ronnenberg, Bente und Weetzen verbunden.

Fördergerüst
Schacht Hansa
in Empelde 1976
Chronik des Kalibergbaus in Empelde (Kaliwerk Hansa)
Vorbereitende Phase (1894–1907)
1894–1897– Tiefbohrungen auf dem Benther Salzstock bestätigen mächtige Kalilagerstätten.
Die erste Tiefbohrung zur Erkundung der Kalilagerstätten des Benther Salzstocks wurde 1894
durch die bergrechtliche Gewerkschaft Hansa-Silberberg in Empelde niedergebracht.
7. November 1896– Beginn des Abteufens von Schacht Hansa I der Gewerkschaft Hansa – Silberberg in Empelde.
Vom Beginn der Teufarbeiten bis zur Aufnahme der Förderung im April 1908 vergingen 12 Jahre.
1897–1907– Ausbau der Tagesanlagen, Errichtung von Werkstätten, Kraftwerk und Verladeeinrichtungen.
1907– Abschluss der Schachtarbeiten, Vorbereitung der Förderung.
Beginn der Produktion (1908–1910)
1908– Aufnahme der Kaliförderung.
Jahresproduktion: 11.500 t
Beschäftigte: 155
Das Werk gewinnt rasch an Bedeutung im damals expandierenden deutschen Kalibergbau.
Erweiterung und zweiter Schacht (1911–1921)
1911– Beginn des Abteufens von Schacht Hansa II.
1921– Fertigstellung bei 601 m Teufe.
Ausbau der Fabrikanlagen zur Herstellung hochprozentiger Düngesalze.
Blütezeit des Werks (1920er–1950er Jahre)
1930– Jahresförderung: 234.600 t, Belegschaft: 601 Mitarbeiter.
Das Werk wird zum wirtschaftlichen Zentrum der Region Ronnenberg/Empelde.
1950– Höchststand der Beschäftigung: 1105 Mitarbeiter.
Untertage wird bis zu 1051 m Teufe erreicht – eines der tiefsten Kalibergwerke Deutschlands.
Strukturelle Probleme und Niedergang (1960er–1973)
Rückgang der Weltmarktpreise, steigende Betriebskosten und technische Herausforderungen belasten den Betrieb.
15. September 1973– Stilllegung des Kaliwerks Hansa aus wirtschaftlichen Gründen.
Sicherung und Verfüllung (1975–1984)
1975– Wassereinbruch im benachbarten Kaliwerk Ronnenberg; endgültiges Ende des Salzbergbaus in der Region.
1978–1983– Verfüllung der Schächte Hansa I–III mit Schotter und Kies.
1979–1984– Verfüllung der Grubengebäude mit Sole aus Kavernenspülungen.
Nachnutzung und heutige Situation (ab 1985)
Das ehemalige Verwaltungsgebäude wird zum Rathaus der Stadt Ronnenberg.
Teile des Geländes dienen als Museum, Bauschuttdeponie, Industrieflächenund Erdgasspeicher.
Der Benther Salzstock wird weiterhin geologisch überwacht.
Einordnung
Der Kalibergbau prägte Empelde und Ronnenberg über fast 80 Jahre – wirtschaftlich, sozial und landschaftlich. Viele Familien lebten über Generationen vom Bergwerk, und die industrielle Infrastruktur beeinflusst die Region bis heute.
Betonierter Schachtdeckel von Schacht III im Gewerbegebiet vor der renaturierten Abraumhalde des Kaliwerks Hansa
Werkslock T3 im Museum Buurtspoorweg
Die Stichting Museum Buurtspoorweg (MBS) betreibt eine Museumseisenbahn zwischenHaaksbergen und Boekeloin den Niederlanden.


Beladen eines Schlepptrogs im Alte Taufe Stollen der PREUSSAG im Jahre 1951 durch den Hauer Fritz Garbe aus Nienstedt am Deister.
Dieses Bild zeigt die Handarbeit der Bergleute wie sie über 100 Jahre im Deisterbergbau ausgeführt wurde.