

Goldbergbau
Gold ist eines der wertvollsten Edelmetalle der Erde. Obwohl das Edelmetall Gold auf der Welt nur äußerst selten vorkommt, ist es doch fast überall auf dem Globus in der 16 Kilometer dicken Erdkruste vorhanden. Nur der Gehalt an Gold im Boden ist meist verschwindend gering, so dass sich ein Abbau nicht lohnt. Unterschieden werden generell zwei Arten von Gold: primäres Gold ("Berggold" aus Minen und Bergwerken) und sekundäres Gold ("Waschgold", "Nuggets"). Vor allem die Förderung von primärem Gold ist mit einigem Aufwand verbunden.



Die älteste Goldgrube der Menschheit
In Georgien nahe Tiflis fanden Forscher der Universität Bochum das älteste Bergwerk zur Herstellung von Gold. Fasziniert sind die Archäologen vom guten Zustand der 4500 Jahre alten Anlage und dem professionellen Abbau. Aus dem gefundenen Gold entstanden zahlreiche Statuen und Schmuckstücke.
Es zählt damit zu den ältesten bekannten Goldbergwerken der Menschheit. In der Bronzezeit vor etwa 4500 Jahren wurde das Gold des Bergwerks gehandelt.
In acht Gruben, die dicht beieinander angelegt sind, wurde sowohl über als auch unter Tage Gold abgebaut. Die Untertagegruben reichen neun bis zwanzig Meter in die Tiefe.
Erhaltene Werkzeuge belegen, dass die Menschen damals auch kleinste goldführende Quarzgänge ausbeuteten. Über Tage fand eine rege Weiterverarbeitung des Erzes statt, und am nahe gelegenen Fluss wurde das Gold vermutlich ausgewaschen. Plätze, an denen das Gold eingeschmolzen wurde, haben die Forscher allerdings noch nicht gefunden.
Mindestens 25 Gegenstände aus dem Zeitraum von 2500 bis 1500 vor Christus konnten die Forscher auf das Gold der uralten Gruben zurückführen – ein Großteil davon wurde im alten Griechenland hergestellt. 3000 V. Chr. nahm Sakdrissi eine verkehrsgünstige Lage innerhalb eines großen Wirtschaftsraums ein, der den Transkaukasus, Ostanatolien und den heutigen Nordiran umfasste.
aus : Die Welt -"Archäologie: Die älteste Goldgrube der Menschheit "
Erste Hinweise auf die Gewinnung von Gold finden sich in der griechischen Literatur.
Homer berichtet von der Reise der Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies.
Die Schwere des Goldes machten sich über viele Jahrhunderte hinweg die
Goldschürfer mit ihren Schwenkpfannen zunutze.
Doch nicht nur ausgewittertes Gold, das von Flüssen im Laufe von
Millionen Jahren verfrachtet und in Ablagerungen unterhalb einer
Goldquarzader angesammelt wurde, konnte gefunden werden.
Gold wurde bereits seit vielen Jahrtausenden bergmännisch im
Tage- und Untertagebau gefördert.
Die Zeit der Goldräusche begann, als 1693 in Brasilien, im heutigen Bundesstaat Minas Gerais, Gold entdeckt wurde. Zehntausende Goldsucher strömten ins Land und machten Brasilien zum größten Goldproduzenten des
18. Jahrhunderts. Die jährliche Fördermenge belief sich auf etwa 10 Tonnen Gold.
Der die Welt am stärksten verändernde Goldrausch begann 1848 in Kalifornien. Nach Goldfunden in der
Sierra Nevada setzte eine wahre Völkerwanderung ein. Die Bevölkerung Kaliforniens wuchs innerhalb
weniger Jahre von etwa 50.000 Menschen auf über eine halbe Million.
Durch neue Goldfunde, vor allem in Südafrika, und durch eine verbesserte Technik der Goldgewinnung
stieg die jährliche weltweite Goldproduktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf über 600 Tonnen an.
Doch den Abbau von Gold begleiten Konflikte sowie enorme Risiken, vor allem in Form verheerender direkter
und indirekter Folgen für die Umwelt. Um Gold abzubauen, werden häufig hochgiftige Chemikalien wie Arsen, Quecksilber und Zyanid eingesetzt.
Heute werden weltweit etwa 20 bis 25 Prozent des Goldes im Kleinbergbau gewonnen. Besonders in
entlegenen Gebieten trägt dieser erheblich zum Einkommen der lokalen Bevölkerung bei. Allerdings sind die Arbeitsbedingungen häufig ausbeuterisch und gesundheitsgefährdend.
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Gold aus den Rammelsberg
1020 Jahre kontinurlich betriebener Bergbau am Rammelsberg.
Je Tonne Erz wurden neben den Hauptprodukten Zink, Blei, Kupfer ca. 120 g Silber und 1-2 Gramm GOLD gefördert. Seit 1709 wurde das Gold aus den Erzen seperat als Güldensilber abgeschieden und und teilweise gemünzt. Die berühmten Harzer Golddukaten der Braunschweig-Wolfenbüttler Herzöge und der Hannoverschen Kurfürsten legen von dieser Periode Zeugnis ab. Bei einer Roherzförderung von 1709 bis 1988 von 23 Millionen Tonnen ergibt sich rechnerisch ein Goldanteil von 23 Tonnen. Der Rammelsberg war somit das mit Abstand größte Goldbergwerk Deutschlands.
Quelle:
Goldbergbau in Deutschland
( Thomas Krassmann)
Wappen von Minas Gerais.
Brasilien:
Goldfieber in Minas Gerais
Der erste Goldrausch der Geschichte entstand im ausgehenden 17. Jahrhundert in Brasilien. Bedingt durch den Wertanstieg des Edelmetalls, wurde die Goldsuche in Brasilien ab 1670 bedeutend vorangetrieben. Während man an den Küsten nicht fündig wurde, brachte die Suche im Landesinneren schließlich den Durchbruch. Federführend waren dabei Männer aus São Paulo, die sogenannten Paulistas. Auf dem weitgehend unbesiedelten Gebiet des heutigen Bundesstaates Minas Gerais westlich von Rio de Janeiro wurden zwischen 1693 und 1695 reiche Goldvorkommen entdeckt. Teils handelte es sich um Flussgold, teils um Goldlager in den Bergen.
Aus allen Teilen des Landes kamen Abenteurer, die von dem Gold magisch angezogen wurden. Darüber hinaus strömten zwischen 1700 und 1750 mehr als 600 000 Einwanderer aus Portugal ins Land, um ihr Glück zu suchen. Die Immigranten wurden jedoch von den Paulistas als Eindringliche betrachtet, und es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien. Jährlich wurden mehr als 2000 Sklaven aus Afrika in die brasilianischen Minen gebracht, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen schuften mussten. Die Region war dem sprunghaft gestiegenen Bevölkerungsanstieg nicht gewachsen. Kriminalität, Glücksspiel und Prostitution stiegen, bewaffnete Auseinandersetzungen rivalisierender Banden nahmen in einem praktisch rechtsfreien Raum überhand. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl von Minas Gerais von 30 000 auf etwa eine halbe Million. Insgesamt wuchs die brasilianische Bevölkerung in demselben Zeitraum von 300 000 auf drei Millionen.
Goldförderung weltweit
Zeitliche Entwicklung der weltweiten Goldförderung
Die Weltjahresförderung betrug 2008 noch 2.260 Tonnen,
2011 bereits 2.700 Tonnen,
etwa hundertmal mehr als im 19. Jahrhundert.
Aktuell wird in zwei Jahren mehr Gold gefördert, als in den tausend Jahren des Mittelalters zusammen dokumentiert ist.
Das meiste Gold wurde lange Zeit in Südafrika gefördert, dessen Fördermengen jedoch bereits seit den 1970er Jahren sinken.
Im Jahr 2007 förderte Australien die größte Menge.
Seit 2008 stammt die größte Fördermenge aus der Volksrepublik China, gefolgt von Australien.
Ebenfalls seit 2008 fördern die USA mehr Gold als Südafrika,
seit 2010 liegt die Fördermenge der Russischen Föderation über der von Südafrika.
Industrieller Großbergbau ca. 85 % der weltweiten Goldproduktion
Der industrielle Großbergbau wird von internationalen Unternehmen weltweit organisiert. Mit modernen Technologien findet der Abbau riesiger Mengen Gestein vorwiegend im Tagebau statt.
Um das Gold aus dem Erz zu gewinnen, kommt die so genannte Cyanid-Laugung zur Anwendung. Hierbei wird das Gestein zunächst unter hohem Wasser- und Energieaufwand zu feinem Sand zermahlen. Durch die nachfolgende Behandlung mit Cyanid lösen sich nicht nur kleinste Goldpartikel, sondern auch Schwermetalle wie Arsen, Uran, Blei oder auch Schwefel. Neben dem gewonnenen Gold entsteht so ein toxischer Schlamm, der eine Gefahr für Boden, Luft und die Trinkwasserversorgung darstellt
Darüber hinaus kommt es immer wieder zu gravierenden Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen: Zwangsumsiedlungen und Enteignungen der ansässigen Bevölkerung sind keine Seltenheit. Auch die Arbeitsbedingungen vieler Minenarbeiter sind alarmierend. Durch Grubenunglücke und Folgeerkrankungen wie Staublunge und Tuberkulose werden hohe Todesraten verzeichnet.
Quelle: JAN SPILLE,,Friedensallee 8, 22765 Hamburg
Daniel Kogler
Goldlagerstätten
Primäre Goldlagerstätten
Eine grundlegende Unterscheidung von goldhaltigen Bodenregionen ist die Unterteilung in primäre und sekundäre Lagerstätten. Als primäre Lagerstätten bezeichnet man Böden mit Goldvorkommen, in denen das gelagerte Gold auf klassische Weise in Quarzgängen eingeschlossen ist. Dorthin gelangt das auch als „Berggold“ bezeichnete Gold über heiße, hydrothermale Fluide, also flüssige, stark erhitzte Lösungen aus dem Erdinneren, die in die Gesteinsspalten der Erdschicht einströmen und sich dort ablagern. Wirtschaftlich rentabel ist ein Abbau von Gold bei einer Konzentration von mehr als 2,5 Gramm/Tonne. In der Regel weisen Quarzgänge aber nur eine Goldkonzentration von einem Gramm pro Tonne auf.
Goldlagerstätte Witwatersrand
Ein besonderer Typ von Goldlagerstätte ist die Witwatersrand Goldmine in Südafrika, das mit Abstand größte Goldfeld der Welt. Zirka 40.000 Tonnen Gold wurden bislang aus ihr gefördert. Die Witwatersrand Goldmine zeigt sich als ein gewisser Mischtyp aus primärer und sekundärer Goldlagerstätte. Das geborgene Gold weist zu 25% eine Form auf, die typisch für eine Entstehungsweise durch den Goldtransport über hydrothermale Fluide ist, also primären Charakter hat. Zirka 75% des geförderten Goldes dagegen haben typische Merkmale von Schotter- oder Nugget-Gold, sind also durch Verwitterungsprozesse und den fluidalen Transport (Wassertransport) entstanden. Das Gold der weltgrößten Mine muss jedoch aus erheblicher Tiefe gefördert werden. Die Goldschächte befinden sich teilweise bis zu 4000 Meter unter der Oberfläche. Damit befinden sich in der Witwatersrand Goldmine auch die tiefsten Bergwerke der Welt.
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Epithermale Goldlagerstätten
Epithermalen Lagerstätten fallen ebenso unter die Kategorie primäre Goldlagerstätten. Das Gold lagert hier relativ oberflächennah in einer Tiefe bis zu 1500 Metern. Diese Art von Goldlagerstätte befindet sich hauptsächlich in Sedimentgestein und magmatischem Gesteinen. Die Temperatur der hydrothermalen Fluide im Magmagestein beträgt zwischen 200 und 300 Grad Celsius („epithermal“). Die Goldkonzentration liegt hier zwischen 1 und 10 Gramm Gold pro Tonne Gestein. Die wichtigsten Lagerstätten dieses Typs befinden sich in Papa Neuguinea, Neuseeland, Peru, Rumänien und Mexiko.
Sekundäre Goldlagerstätten
Wenn primäre Goldlagerstätten im Laufe der Jahrmillionen durch Witterung (Temperatur, Wind, Wasser) und Erosion abgetragen werden, spricht man von sekundären Lagerstätten. Das Gold wird dann aus seinem Gesteinsmantel herausgespült und lagert sich in Verbindung mit anderen Schwermineralien als feiner Goldstaub oder kleine Körner, den sogenannten "Nuggets", in den Niederungen von Bächen und Flüssen ab. Das sogenannte "Seifengold" hat sich gebildet. Man bezeichnet dieses durch Verwitterung entstandene Gold auch als "Waschgold" oder "Goldseife".
Orogene Goldlagerstätten
Zu den primären Goldlagerstätten zählt man auch die sogenannten orogenen Lagerstätten. Einige der größten Goldförderregionen der Welt fallen unter diesen Typ. Diese Goldlagerstätten liegen in Bodentiefen zwischen 1200 und 4500 Metern und entstanden im Zuge von Gebirgsbildungen. Sie kommen vor in marinen Sedimenten (Meeresablagerungen) oder metamorphem Gestein (tief in der Erdkruste durch hohen Druck und Temperatur entstanden). Bei der Ausbildung von Gebirgen werden metamorphe Fluide von Temperaturen zwischen 250 und 400 Grad Celsius freigesetzt („mesothermal“), die Quarz, Gold und Sulfide in die Gesteinsspalten einpressen. Der Goldgehalt von orogenen Goldlagerstätten ist in der Regel sehr hoch und weist nicht selten eine Konzentration von 10 Gramm/ Tonne auf. Wichtige Lagerstätten dieses Typs befinden sich in den USA, in Afrika, Westaustralien, Ghana und Brasilien.

