Kalibergwerk Siegfried- Giesen

Neustart

Siegfried Giesen

Bergwerk Siegfried-Giesen


 Wiederinbetriebnahme  ist genehmigt !

 In der Pressemitteilung vom 30.Januar 2019 hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)  die Wiederinbetriebnahme des Kalibergwerks Siegfried-Giesen im Landkreis Hildesheim genehmigt. LBEG-Präsident Andreas Sikorski übergab den Planfeststellungsbeschluss heute Nachmittag im Geozentrum Hannover an die Verantwortlichen der K+S KALI GmbH. „Damit ist der Weg frei für den Bau der Anlagen und die Schaffung von Arbeitsplätzen“, so Sikorski. „Natürlich mit klaren Auflagen für den Schutz von Mensch und Umwelt.“

 

Für den Neustart des Kalibergwerks Siegfried-Giesen bei Hildesheim begann 2015   die Planfeststellung. Die Unterlagen sind im Februar 2015 beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) laut  dem Düngemittelproduzent K+S eingereicht worden.


Mit einer Baugenehmigung wurde bereits  Ende 2015 gerechnet, die endgültige Entscheidung zum Neustart wollte das Kasseler Unternehmen  bereits 2016 treffen. 

Bergbautradition seit 1904

Das 1904 eröffnete Bergwerk war 1987 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, allerdings als sogenanntes Reservebergwerk zugänglich gehalten worden. Nun scheint ein Neustart profitabel - es wäre der erste eines größeren Bergwerks in Niedersachsen seit vielen Jahrzehnten

Das Bergwerk Siegfried-Giesen liegt auf dem Salzstock Sarstedt zwischen den Ortschaften Giesen, Ahrbergen, Sarstedt und Barnten im Landkreis Hildesheim. Es wurde bereits von 1909 bis 1987 betrieben, um Kalisalz aus Tiefen zwischen 400 und 1.050 Metern zu gewinnen. Im Jahr 1987 wurde die Produktion mangels Absatzmöglichkeiten stillgelegt. Siegfried-Giesen ist seitdem ein Reservebergwerk.

Die K+S AG möchte in den kommenden 40 Jahren bis zu 2,5 Millionen Tonnen Kalirohsalz pro Jahr aus dem Salzstock Sarstedt gewinnen und zu verkaufsfähigen Produkten u.a. für die Düngemittelindustrie aufbereiten. Durch das Bergwerk sollen 500 neue Arbeitsplätze entstehen.


Eine Perspektive für die Mitarbeiter schien zwischenzeitlich das Werk Siegfried Giesen im Kreis Hildesheim werden zu können, das wieder aktiviert werden sollte. Nach Veränderungen in der Marktlage hat K+S aber dort das Tempo verringert und behält sich die Entscheidung der Inbetriebnahme noch vor.

Schacht Fürstenhall
Der Standort Fürstenhall, am südwestlichen Rand der Ortschaft Ahrbergen gelegen, stellt einen der vier offenen und
befahrbaren Zugänge zum Grubengebäude dar. Ist an den drei
anderen Schächten der Zugang nur mittels mobiler Winde
möglich, so befand sich am Betriebsteil Fürstenhall eine aus
den 1960er Jahren stammende stationäre Befahrungsanlage,
die mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,4 m/s einen permanenten Zugang zum Grubengebäude gewährleistete.
Da diese Befahrungsanlage sowohl wegen der beschränkten
Leistungsfähigkeit – über 20 min Seilfahrt, kleiner Korb – als
auch wegen ihres Alters nicht den heutigen Ansprüchen genügte, wurde entschieden, diese zu modernisieren.
Ziel war es, mit einem Korb bis zu 30 Personen mit 4 m/s und
bis zu 13 t Last am Haken mit 1 m/s befördern zu können. Die
vorhandene Trommelfördermaschine sollte durch eine moderne ersetzt werden. Zudem sollten am Fördergerüst über Tage
sowie am Füllort unter Tage alle notwendigen Umbaumaßnahmen vorgenommen werden. Ende Dezember 2012 erhielt die
THYSSEN SCHACHTBAU den Zuschlag für die Durchführung der
gesamten Maßnahme. Lieferant für die Fördermaschine wurde
das Tochterunternehmen OLKO-Maschinentechnik GmbH und
für die Elektrotechnik die Firma Siemens.


Am 6. Dezember 1906 wurde mit dem Abteufen des Schachtes begonnen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit starken Wasserzuflüssen erreichte der Schacht drei Jahre später, am 25. November 1909, seine vorläufige Endteufe von 765 m. Im oberen Bereich der Schachtröhre kam das Kind-Chaudron-Verfahren zum Einsatz. Der Schacht wurde die ersten 173 m mit eisernen Tübbings bei einem lichten Durchmesser von 4,10 m ausgebaut, darunter stand er in Mauerung und hatte 4,50 m Durchmesser. Füllorte wurden auf der 400-, 650- und 750-m-Sohle angesetzt.

Von diesen Sohlen aus wurden die zuvor erbohrten Kalilager angefahren und dabei ein Sylvinitlager von 52 Meter Mächtigkeit und einem Chlorkaliumgehalt von bis zu 50 % aufgeschlossen. 1910 wurde der Schacht auf 803 Meter vertieft, und über einen Blindschacht wurde bei 850 Meter unter Tage ein Unterwerksbau angelegt. Im selben Jahr ereignete sich am 18. Oktober unter Tage eine Sprengstoffexplosion, durch die 18 Bergleute ums Leben kamen.

Während der Teufarbeiten wurden die Tagesanlagen in Angriff genommen. 1909 waren das Fördermaschinenhaus mit einer 735 kW starken Tandemverbunddampf-Fördermaschine, das Kesselhaus, die Verwaltung mit Kaue und die Werkstätten fertiggestellt. Es folgte der Bau einer Werksbahn nach Harsum, die gemeinsam mit den Schwesterwerken Rössing-Barnten und Fürstenhall betrieben werden sollte.

Der Bau der Chlorkaliumfabrik wurde 1913 abgeschlossen. Hier sollten die Rohsalze aller drei benachbarten Kaliwerke der Gumpel-Gruppe, der sogenannten Siegfried-Gruppe, zu Düngemitteln verarbeitet werden. Als Gemeinschaftsunternehmen entstanden die Elektrizitäts- und Salzaufbereitungswerke Hannover GmbH, die neben der Fabrikanlage auf der Schachtanlage Siegfried ein Dampfkraftwerk zur Versorgung aller drei Schachtanlagen mit elektrischer Energie errichteten.


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