Bergbau in der Ukraine

Der Bergbau in der Ukraine                    

Donbass-Region, Ukraine

Donbass ist eine groß Kohlebergbau- und Industrieregion teilweise im südöstlichen Teil von Ukraine und im westlichen Teil der Russische Föderation. Das Wort „Donbass“ ist ein zusammengesetztes Wort aus „Donezbecken“ das ist eine Abkürzung von „Kohlebecken von Donez

In der Ukraine umfasst das Kohlebecken von Donezk eine Fläche von 23.300 km² und erstreckt sich von West nach Ost, einschließlich wesentlicher Teile des Gebiets Donezk und des südlichen Teils des Gebiets Luhansk.


Kohle der Ukraine ist die einzige Energie, die das Land in ausreichenden Mengen zur Verfügung stellte. Die Kohleindustrie nimmt einen großen Anteil an der Struktur des Brennstoff- und Energiekomplexes ein und beeinflusst die Gesamtwirtschaft des Landes erheblich. Die Steigerung der Rentabilität dieser Branche trägt zum Wachstum des wirtschaftlichen Potenzials der Ukraine bei. Und in Krisenzeiten des Energiemarktes leiden die gesamte Kohleindustrie und die damit verbundenen Industrien.


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Lithium-Vorkommen


Das australische Bergbauunternehmen "European Lithium" investiert in zwei neue, vielversprechende Lithium-Vorkommen in der Ukraine und will sich damit zum größten Lieferanten von Lithium in Europa machen.


Ukraine vergibt Nutzungsrechte an Rohstoffvorkommen

Die Ukraine verfügt über große Vorkommen an Rohstoffen, die auch für moderne Industriezweige benötigt werden. Im Jahr 2021 sind zahlreiche Online-Auktionen geplant.


Ukraine hofft auf Beteiligung ausländischer Investoren

Roman Opimach, der Leiter von Derzhgeonadra, hofft, dass im laufenden Jahrzehnt rund 10 Milliarden US-Dollar in die Erschließung der Vorkommen fließen, berichtet das Nachrichtenportal Ukraine Business News. Bei der Versteigerung der Lagerstätten setzt die Ukraine auf eine Beteiligung ausländischer Investoren.

    




2021  Umweltkatastrophe in der Ukraine

Im Donbass drohen stillgelegte Kohlebergwerke das Grundwasser zu verseuchen.

Viele Bergwerke unrentabel geworden und wurden stillgelegt. Seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen der Ukraine und den  Separatisten vor sieben Jahren ruht die Arbeit in etlichen Minen. Über die Zeit sind sie baufällig geworden.

Seit Mai 2018 strömte Wasser aus den überfluteten Kohlebergwerken Rodina und Holubovska im Separatistengebiet mit einer Geschwindigkeit von 2000 Kubikmetern pro Stunde in das Bergwerk in Solote auf der von der ukrainischen Regierung kontrollierten Seite. Seitdem wird dort rund um die Uhr verseuchtes Grubenwasser abgepumpt. Laut lokalen Medienberichten wird es ungeklärt in den Fluss Komischuwaka geleitet.  Untersuchungen der Menschenrechtsorganisation Truth Hounds aus Kiew ergaben, dass die gesetzlichen Grenzwerte für Chloride, Sulfate und Mangan im Komischuwaka weit überschritten werden.

Der Donbass war mit seinen 6,5 Millionen Einwohnern einst das größte Industriezentrum der Ukraine und zugleich wichtiger Kohleproduzent. 


Der Fluss Komischuwaka hat sich durch hochmineralisiertes Grubenwasser orange gefärbt

Bergarbeiterstreik 2020

Mehr als hundert Bergleute aus der Komsomolskaya-Mine hielten sich im Juni 2020  acht Tage lang in der Mine in der Bergbaustadt Anthrazit auf

Nach acht Tagen in der Mine tauchten die 119 Menschen wieder auf. Die Minenleitung zahlte die aktuellen Gehaltsrückstände und den Streikenden und ihren Familien wurde garantiert, nicht wegen ihrer Teilnahme an den Kundgebungen strafrechtlich verfolgt zu werden.


Bergarbeiter  streiken !     Juli 2018 

Im Abstand von zwei Wochen fanden vor dem Gebäude der Werchowna Rada zwei Streikationen von Bergarbeitern statt, die aus der gesamten Ukraine dorthin fuhren. Die Teilnehmer der Aktion vom 5. Juli, und das waren einige hundert Menschen, traten mit einer Reihe von Forderungen auf, von denen die wichtigsten die Begleichung von Lohnschulden über eine Milliarde Hrywnja (etwa 32,7 Millionen Euro) und die Stärkung der staatlichen Unterstützung der Kohlebranche waren. Dem gingen Widerstandsaktionen in den Regionen voraus: Schachtarbeiter von Lwiwuhol sperrten einen Grenzübergang nach Polen, die Arbeiter der Zeche Kapustina fuhren nicht in den Schacht ein und die Bergmänner von Nowowolynsk traten in einen unterirdischen Streik, was zur Hospitalisierung eines der Bergarbeiter führte. 

32 tote Bergleute nach Grubenunglück 2015 in Donezk


Die Explosion ereignete sich vor Sonnenaufgang am Mittwoch den 4.März mehr als 1 km unter der Erde in der Zasyadko-Mine in Donezk.

Es wird angenommen, dass die Explosion durch Methangas verursacht wurde.

Schon häufig gab es im Sasjadko-Bergwerk schwere Unglücke und Unfälle.

Bei einer Gasexplosion im Jahr 2007 kamen dort mehr als hundert Menschen ums Leben. Bisher aber waren alle Beschwerden der Bergarbeiter über häufige Verstöße gegen die Sicherheitsregeln vergeblich.

Bergleute verlassen die Kohlemine Zasyadko in Donezk am 4. März 2015. Dutzende Bergleute waren unter Tage gefangen und befürchteten, nach einer Explosion tot zu sein.

Der Bergbau- und Metallurgiekomplex der Ukraine im Jahre 2008


m Laufe des letzten Jahrzehnts gewährleistete die Produktion des Bergbau- und Metallurgiekomplex (BMK) der Ukraine, in dem 558.000 Menschen arbeiten, 27% des BIPs und mehr als 40% der Deviseneinkünfte des Exportes. Doch in Verbindung damit, dass nach dem Zerfall der UdSSR in den Unternehmen des Sektors keine radikale Modernisierung vorgenommen wurde, ist die ukrainische Metallproduktion heute nicht konkurrenzfähig. 

Die Kohleindustrie der Ukraine


In Bezug auf Sterblichkeit und Verletzungen bei der Arbeit steht es an erster Stelle. Trotz aller Maßnahmen der Behörden bleibt der Steinkohlenbergbau die für die Gesundheit der Arbeiter gefährlichste Volkswirtschaft. 

Ein wichtiges Problem des ukrainischen Kohlenbergbaues ist die Methanemissionen .


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Bergbau im Donezbecken    von Heinz Schenk, aus Die Zeit , vom 27.Januar 1949

Das Los der deutschen Zwangsarbeiter – Primitive Arbeitsbedingungen unter Tage


Der Einsatz deutscher Kriegsgefangener in den Kohlengruben des Donbass ist besonders stark, um die Deckung des Kohlenbedarfs unbedingt sicherzustellen.In allen Teilen des europäischen Rußland wurden immer wieder Lager aufgelöst oder verkleinert und Tausende deutscher Kriegsgefangener nach, dem Donbass gebracht. Man sprach von einem Gesamteinsatz von 200 000 im Donezgebiet. Der größte Teil dieser zusätzlichen Arbeitskräfte wurde, obwohl die Kriegsgefangenen fast durchweg keine Erfahrung im Grubenbetrieb und in der Grubenarbeit hatten, schon wenige Zeit nach, ihrer Ankunft unter Tage geschickt. Nur ein kleiner Teil löste andere Arbeitskräfte ab, die entlassen wurden. Gleichzeitig ging man nämlich damals dazu über, die Masse der unter Tage, teilweise vor Kohle, arbeitenden Frauen und Mädchen aus den Gruben zurückzuziehen und sie nur noch über Tage zu verwenden. Die glücklichen Nutznießer dieser Maßnahme waren vor allem auch viele Tausende Volksdeutscher Rumäninnen, die 1944 und 1945 zwangsweise aus ihrer Heimat verschleppt worden waren, nachdem man ihnen zu Hause gesagt hatte, sie müßten lediglich einer sechsmonatigen Arbeitspflicht genügen. Es hatte dabei keine Rolle

gespielt, ob es junge Mädchen oder Mütter von zwei, drei oder mehr Kindern waren. Diejenigen von ihnen, die den Einsatz in schwerster Bergarbeit, bei der viele Tausende deutscher Kriegsgefangener schwere gesundheitliche Schäden davontrugen, überlebt haben, werden erst seit wenigen Monaten wieder in ihre Heimat entlassen...........


Das Los der Mehrzahl der deutschen Kriegsgefangenen war jedoch, unter Tage zu arbeiten. Wie sieht diese Arbeit aus? Die Primitivität und Unzulänglichkeit der technischen Ausrüstung der Betriebe ist unvorstellbar. Deutsche Bergleute, die sie erlebt haben, waren einmütig der Ansicht, daß diese Schächte mit nur wenigen Ausnahmen von einer deutschen Bergbehörde sofort geschlossen werden würden. Eine normale Einfahrt ist nur in den wenigsten Fällen möglich, Fördertürme sind Raritäten. Bestenfalls fahren die Bergleute mit den Förderwagen von und zur Arbeit, was aber meist verboten ist. In der Regel muß man also in den Schacht gehen, genau gesagt, muß man gleiten, rutschen, stolpern und klettern in Schlamm und Wasser, über Geröll und halsbrecherische Strick- und Holzleitern, die nur selten noch die volle Garnitur ihrer Sprossen besitzen. Und das bei ungenügender Beleuchtung und mitunter auch völliger Dunkelheit; denn Grubenlampen sind noch knapper als der Brennstoff dafür. Sie werden daher bei Schichtwechsel erst durch die ablösende Schicht, die also ohne Lampen einsteigen muß, übernommen.

Die Beleuchtung durch fest angebrachte elektrische Glühbirnen ist gänzlich ungenügend, streckenweise fehlt sie überhaupt, und zwar nicht so sehr wegen Stromknappheit als vielmehr aus Mangel an Glühbirnen, der so kraß ist, daß selbst in großenSchächten wichtige Betriebspunkte tagelang im Dunkeln liegen. Der Weg vom Schachteingang bis zur Arbeitsstelle beansprucht mitunter bis zu einer Stunde. Diese An- und Abfahrtszeit wird nicht etwa in die achtstündige Arbeitszeit eingerechnet. Dazu kommen noch die 4 bis 5 km langen Anmarschwege vom Lager zum Schacht, die – da Straßen oder auch nur Wege in dem steppenartigen Hügelgelände fehlen – in den Schlammperioden des Frühlings und Herbstes allein schon strapaziös sind.

Bergbau im Donezbecken  während der Deutschen Besatzung
 Das Donezbecken, dessen Steinkohlenbergbau seit März 1942 durch die „Berg- und Hüttengesellschaft Ost m.b.H.“, eine gemischt staatlich private Monopolgesellschaft, verwaltet wurde, stellt insofern einen Sonderfall dar, als die deutschen Besatzer hier eine fast vollständig demontierte Bergbauindustrie vorfanden. Sie versuchten mit großem Aufwand, die Zechen wieder betriebsfertig zu machen. Neben der
lokalen Bergbaubevölkerung wurden für dieses Unterfangen auch Zehntausende von sowjetischen Kriegsgefangenen eingesetzt. In Anbetracht der Gesamtumstände repräsentiert der Arbeitseinsatz im Bergbau des Donezbeckens möglicherweise eine besonders brutale Form der Zwangsarbeit unter, selbst für Bergbauverhältnisse, besonders harten und extremen Bedingungen.  Quelle:   Ruhr Uni Bochum

 

Das Gebiet der Ostukraine

war industriell geräumt, durch Kampfhandlungen Ende 1941, dann wieder im Sommer 1942, im Frühjahr 1943 zT zerstört.

Bis weit nach 1942 hinein gab es das Problem der Eisenbahnanbindungen durch Zerstörungen des Schienennetzes, der Brücken, der Schienenausrüstungen und Mangel an rollendem Material.


Kohlenförderung:

Dezember 1942: 392.000 t
Januar 1943: 450.000 t
Juli 1943: 455.600 t
Ende 1943: keine Angabe

Es gäbe, so berichtete der Bergbaubeauftragte der Wirtschaftsinspektion Süd aus Stalino keine einzige Zeche, die unmittelbar - selbst bei Vorhandensein von Energie – betriebsfähig wäre.

Noch bis Ende 1942 deckten umfangreich Kohlenlieferungen aus Oberschlesien den Bedarf, etwas bis Dneprlinie, und belasteten nicht nur die deutsche Kohlebilanz, sondern vor allem die äußerst kritische Transportsituation im Süden der Front aufs empfindlichste. Weiter östlich wurde auf dortige Kohlehalden zugegriffen.

Die Wasser- und Kohlekraftwerke waren ebenfalls zunächst nicht zu gebrauchen. Es fehlte an Elektroenergie, um die Kohlenschächte wieder in Betrieb zu nehmen, inbesondere um die abgesoffenen Gruben leerzupumpen; der chronische Mangel an Kohle widerum verhagelte die Energiebilanz noch weiter.


Der Sonderbeauftragte für Bergbau der Wirtschaftsinspektion Süd kam zu dem Schluß, die Wiederaufnahme der Steinkohlenförderung in dem bisher besetzten Teil des Donezbeckens sei in absehbarer Zeit nur im Rahmen des dringendsten regionalen Bedarfs möglich, doch sei die Brennstoffversorgung der Truppe für den Winter 1942/43 sowie für die Stromlieferung an den Manganerzbergbau in Nikopol
nicht gesichert. Die Instandsetzung der Gruben bis zur Höhe der Vorkriegsförderung sei selbst unter Inanspruchnahme der gesamten einschlägigen Industrie Europas nur in vielen Jahren durchführbar. Es sei jedoch denkbar, einen Teil der Anlagen wieder soweit herzustellen, daß 10 bis höchstens 20 % der friedensmäßigen Förderung erreicht werden könnten. ......

Auch östlich des Dnjeprs stellten die beiden größten Hindernisse, die die Aufräumungsarbeiten — an planmäßige Förderung war noch gar nicht zu denken —am stärksten behinderten, die Energieversorgungs- und Verkehrslage dar. Im Donezgebiet herrschte im Herbst 1941 ein derartiger Mangel an elektrischer Energie, daß nach Deckung des dringendsten Bedarfs der Wasserwerke, der Lichtzentralen für die Truppe und der Reparaturwerkstätten für Panzer und sonstige Kraftfahrzeuge zunächst überhaupt kein Strom für das Auspumpen des Wassers
aus den Grubenbauen zur Verfügung stand. Erst als in der zweiten Novemberhälfte die Starkstromleitungen von Stalino nach Mariupol, dessen Hüttenwerke gut erhalten waren und das deshalb geradezu als eine Oase inmitten der Zerstörungen angesehen wurde, repariert waren, konnte zusätzlich aus Mariupol Strom in das Donezbecken geliefert werden, von dem ein kleiner Teil dem Bergbau zur Verfügung gestellt wurde.

 

 Quelle: Bergbau und Eisenhüttenindustrie in der Ukraine unter  deutscher Besatzung (1941-1944) ifz- münchen.de 

Manfred Meyer

Max-Planck-Str. 51

30974 Wennigsen


Glück Auf