Schicht im Schacht
⭐ Die letzten Kumpel von Bokeloh – Das Ende der Kaliförderung in Sigmundshall
Am 21. Dezember 2018wurde im Bergwerk Sigmundshall in Bokeloh die letzte Tonne Kaligefördert. Damit endete die Geschichte der letzten aktiven Kalizeche Niedersachsens. Die Arbeit unter Tage war zuletzt extrem belastend: In 1.400 Metern Tiefeherrschten Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius– Bedingungen, die die körperliche Leistungsgrenze der Bergleute erreichten.
Die K+S AGsah die Grenzen des technisch und wirtschaftlich Machbaren erreicht und stellte die Förderung ein. Damit endete nach über 120 Jahren ein bedeutendes Kapitel des niedersächsischen Bergbaus.
🌊 Flutung des Bergwerks – Sicherung für die Zukunft
Seit September 2021werden die unterirdischen Hohlräume des Bergwerks kontrolliert geflutet. Zum Einsatz kommt Sole, die in den thüringischen K+S‑Werken anfällt.
Ziel der Flutung
Die Flutung dient dazu, das Bergwerk in einen langfristig stabilen und sicheren Zustandzu versetzen. Das Flutungsmedium erzeugt einen Gegendruckzum überlagernden Gebirgsdruck. Dadurch:
bleibt das Grubengebäude stabil,
werden mögliche Senkungen minimiert,
und die Auswirkungen der jahrzehntelangen bergmännischen Gewinnung werden auf lange Sicht reduziert.
Umfang der Maßnahme
In den kommenden 20 Jahrenwerden rund 42 Millionen Kubikmeterüberwiegend salzhaltiger Wässer in das Bergwerk eingebracht. Die Flutung erfolgt kontrolliert und wird durch ein umfangreiches Monitoringprogramm überwacht.
📌 Zusammenfassung
21.12.2018: Förderung der letzten Tonne Kali.
Extreme Arbeitsbedingungen: 50 °C in 1.400 m Tiefe.
K+S stellt die Förderung aus wirtschaftlichen und technischen Gründen ein.
Seit 2021: Beginn der Flutung mit Sole aus Thüringen.
20‑jähriger Flutungsprozess mit 42 Mio. m³ salzhaltigen Wässern.
Ziel: Stabilisierung des Bergwerks und Minimierung langfristiger Auswirkungen.

⭐ Die Ära des Kalibergbaus in Sigmundshall – Abschied der letzten Kumpel
Nach 120 Jahrenist die Ära des Kalibergbaus im Werk Sigmundshall zu Ende gegangen. Bei der traditionellen Mettenschichtkurz vor Weihnachten verabschiedeten sich rund 550 Kumpel– Bergleute, die noch im Werk tätig waren oder bereits an andere Standorte gewechselt hatten – mit viel Gefühl und Symbolik von ihrer Zeche.
Die Mettenschicht, seit Generationen ein fester Bestandteil der Bergmannskultur, wurde in Sigmundshall zu einem besonders bewegenden Moment: ein gemeinsamer Abschied von einem Arbeitsplatz, der das Leben vieler Familien geprägt hat, und von einer Bergbautradition, die die Region über ein Jahrhundert begleitet hat.
21.12.2018 – Mit der Förderung der „letzten Tonne“ endet die Kaliproduktion im Werk Sigmundshall. Insgesamt wurden zwischen 1904 und 2018 rund 130 Millionen Tonnen Rohsalz aus dem Salzstock von Bokeloh gefördert und zu Düngemitteln und Industrieprodukten verarbeitet.
⭐ Die letzten Kumpel von Bokeloh – Abschied nach 120 Jahren Kalibergbau
Förderung von 1898 bis 2018: insgesamt 130 Millionen Tonnen.
Am letzten Arbeitstag fuhren die Kumpel die letzte Tonne Kali durch ein Spalier befreundeter Bergmannsvereine und der Kameraden aus dem Bergwerk Feggendorf– Stolln ein würdiger und emotionaler Abschluss der jahrzehntelangen Arbeit unter Tage.
Bis zum Produktionsende waren im Werk Sigmundshall noch 660 Bergleute beschäftigt. Rund 220 Kumpel bleiben auch nach der Stilllegung im Einsatz: Sie räumen in den kommenden Jahren das Grubengebäude auf, sichern die Anlagen und betreiben über Tage weiterhin wichtige Einrichtungen wie die REKAL‑Anlage.
Viele Bergleute hoffen auf eine Zukunft im Reservebergwerk Siegfried‑Giesen. Dort liegen noch große Kalireserven, und K+S hat
bereits konkrete Pläne für eine mögliche Wiederaufnahme des Abbaus in der Schublade – auch wenn deren Umsetzung derzeit von wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen abhängt.
Die Bergleute aus den Feggendorfer Stolln sagen "Danke Kumpel !"
21.12.2018 14:52 Uhr - Hallo Niedersachsen
"Letzte Tonne" Kalisalz: Das war's in Sigmundshall
Der Kalibergbau in Wunstorf ist Geschichte. Nach 120 Jahren Produktion wurde am Freitag die letzte Tonne Kalisalz symbolisch aus dem Bergwerk Sigmundshall im Ortsteil Bokeloh geholt. Das teilte der Düngemittel- und Salzhersteller Kali und Salz (K+S) mit. Der Grund für die Schließung ist, dass die Salzvorräte in dem Bergwerk in der Region Hannover zur Neige gingen und ein wirtschaftlicher Abbau immer schwieriger wurde.
Abschiednehmen bei der "Mettenschicht"
Nach der "letzten Tonne" fuhren die Bergleute zur "Mettenschicht" hinunter ins Werk. Sie ist traditionell die letzte Schicht vor Weihnachten. Dabei bedankte sich K+S bei der Belegschaft. Zuletzt waren die Bergleute in 1.400 Metern Tiefe tätig, wo die Temperaturen trotz eines Kühlsystems bei 50 Grad liegen. Dabei gerieten dem Unternehmen nach Mensch und Technik an ihre Grenzen.
Standort wird weiterhin genutzt
Im Juli hatten sich das Unternehmen und Arbeitsnehmervertreter auf einen Sozialplan verständigt. Dieser federe die Härten ab, dennoch sei das Aus des Bergwerks ein Einschnitt, sagte ein Sprecher der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) NDR 1 Niedersachsen. Zuletzt waren nach Unternehmensangaben noch gut 660 Menschen in dem Werk beschäftigt. Rund 150 werden laut K+S an andere Standorte wechseln, gut 160 werden in eine Transfergesellschaft wechseln. Fast 100 gehen in unterschiedliche Formen des Ruhestands. Mehr als 200 Beschäftigte sowie rund 40 Auszubildende würden am Standort bleiben und unter anderem das Bergwerk absichern und Aluminium-Salz-Schlacken aufarbeiten, hieß es. K+S will das Gelände auch in Zukunft nutzen, etwa für ein Innovationszentrum - auch das Kraftwerk vor Ort werde weiter betrieben.

21.12.2028 Abbau ist nicht sozialverträglich ?
Am Tag der historischen Mettenschicht hat der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Uwe Osterloh versucht, die Darstellung des Arbeitgebers über einen sozialverträglichen Personalabbau zu korrigieren. K+S hatte zuletzt die Mitarbeiterzahl mit 660 angegeben. Immerhin seien bei der Verkündung der Schließung im November vergangenen Jahres aber 730 beschäftigt gewesen, damit verlieren insgesamt gut 500 Sigmundshaller ihren Job im Werk. Künftig werden nur noch 220 Mitarbeiter benötigt, die sich um den Rückbau und den Weiterbetrieb der Rekal-Anlage kümmern. 163 wechseln in eine Transfergesellschaft, andere wechseln an andere Standorte oder in den Ruhestand. Der Anteil derjenigen, die an andere K+S-Standorte wechseln, ist größer als er vorher gedacht hat. „Das ist wohl eine Frage der Verbundenheit mit dem Bergbau“, so Osterloh.
Die Transfergesellschaft PMB, die zuvor direkt auf dem Werksgelände schon Mitarbeiter beraten hat, eröffnet für die Beschäftigten, die nicht wechseln wollen, jetzt eine Dependance an der Hagenburger Straße in Wunstorf. Auch wenn der Betriebsrat sich für PMB eingesetzt und sie in der Regel recht gute Vermittlungsquoten hat, sagt Osterloh: „Sie gibt den Kollegen keine Garantie, dass es für sie weiter geht.“ Auch deshalb vermag er die Einschätzung nicht teilen, dass ein sozialverträglicher Personalabbau geglückt sei. sok
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie , Mitteilung vom 09.06.2021
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat am 9.6.2021 den Abschlussbetriebsplan zur Flutung des ehemaligen Kalibergwerkes Sigmundshall im Wunstorfer Ortsteil Bokeloh (Region Hannover) zugelassen.
Die K+S Minerals and Agriculture GmbH hatte Mitte Dezember 2019 den Abschlussbetriebsplan über den Rückzug aus dem Grubengebäude und dessen Flutung vorgelegt.
Die Zulassung des Abschlussbetriebsplans beinhaltet ein umfangreiches über- und untertägiges Monitoringprogramm zur Überwachung der Flutungsmaßnahme.
Die planmäßige Flutung dient dazu,dass Bergwerke in einen langfristig sicheren Zustand zu versetzen, so dass der Schutz der Öffentlichkeit vor den durch die untertägige Gewinnung verursachten Gefahren für Leben und Gesundheit auch nach Einstellung des Betriebes sichergestellt ist. Dazu sind zunächst die untertägigen Abbauhohlräume mit Salzhaufwerk zu verfüllen sowie verwertbare Betriebseinrichtungen und wassergefährdende Stoffe aus dem Bergwerk zu entfernen. Erst danach darf das Bergwerk planmäßig geflutet werden.
In den kommenden 20 Jahren wird das Bergwerk mit rund 42 Millionen Kubikmeter vorrangig salzhaltigen Wässern geflutet. Das Flutungsmedium erzeugt einen Gegendruck zum überlagernden Gebirgsdruck, hält das Bergwerk langfristig stabil und sorgt somit dafür, dass die Auswirkungen der jahrzehntelangen bergmännischen Gewinnung auf lange Sicht minimiert werden.
aus :Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie , Mitteilung vom 09.06.2021
Wunstorfer Auepost vom 18.05.2022
Wie K+S mitteilt, beginnen nun die Arbeiten zum Pipelinebau vom Hafen zum Schacht Kolenfeld. Ein weiterer Teil des benötigten Salzwassers soll so zur aufgegebenen Grube Sigmundshall gelangen. Da die Leitung entlang des Mittellandkanals – größtenteils unterirdisch – auch ein Wasserschutzgebiet durchquert, werden besondere Sicherheitsmaßnahmen eingebaut.
Wunstorfer Auepost vom 30.11.2023
Europas größte Indoor-Garnelenfarm entsteht in Bokeloh
Der „Innopark“ in Bokeloh wächst: Am ehemaligen Bergwerk Sigmundshall werden künftig in größerem Stil Garnelen gezüchtet. Das bereits dort ansässige Start-up Aquapurna arbeitet dafür mit K+S zusammen.
Am Standort Sigmundshall in Wunstorf entsteht in Kürze die größte und modernste Indoor-Garnelenfarm Europas. Das haben K+S und das Start-up Aquapurna vertraglich vereinbart. K+S investiert einen Betrag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich in das nachhaltige Projekt und fungiert als Bauherr, Vermieter sowie Medienversorger der neuen Farm. Weitere Investitionen in siebenstelliger Höhe erhält Aquapurna.
Bergbautradition seit 1898
Das Kaliwerk Sigmundshall war das letzte noch produzierende Kalibergwerk in Niedersachsen. Gewonnen wurde in ihm Rohstoffe für kalium- und magnesiumhaltige Düngemittel sowie Kaliumchlorid, das in der Industrie zum Beispiel bei der Elektrolyse benutzt wird. Die steile Lagerung der Rohstoffe machte den Abbau zu einer Herausforderung.
Der etwa 12 km lange Salzstock des Kaliwerkes Sigmundshall zieht sich vom Steinhuder Meer in südlicher
Richtung bis in das Deistervorland bei Barsinghausen . Das gesamte Streckennetz unter
Tage nimmt rund 350 km ein. Bis zum Produktionsende wurde in einer Tiefe von bis zu 1.400 m und
Temperaturen von bis zu 50 °C gearbeitet.
Seit 1898 war der Abbau dort vorbereitet worden, zunächst unter der Regie einer Gewerkschaft Matthias. Diese wurde 1902 von der Alkaliwerke Sigmundshall Aktiengesellschaft übernommen, wobei im Namen des Werkes der hannoversche Aufsichtsratsvorsitzende Sigmund Meyer verewigt wurde. Als 1906 die Fabrik dann in Betrieb genommen wurde, wurde auch der Anschluss an die Steinhuder-Meer-Bahn realisiert. Die Bahnstrecke besteht bis heute.
Nach mehreren Zusammenschlüssen ging das Unternehmen 1937 in den Vereinigten Kaliwerken Salzdetfurth auf, allerdings war der Betrieb in Bokeloh seit 1933 eingestellt.
Nach dem Krieg lief die Rohsalzförderung im Jahr 1949 wieder an, seit 1997 unter dem Dach der Kali und Salz AG in Kassel. 1997 war die Sohle von 1400 Metern Tiefe erreicht- Es zeigte sich, dass die Rohstoffe immer schwieriger zu fördern sind. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass die Förderung 2020 eingestellt werden muss.
Eine Perspektive für die Mitarbeiter schien zwischenzeitlich das Werk Siegfried Giesen im Kreis Hildesheim werden zu können, das wieder aktiviert werden sollte. Nach Veränderungen in der Marktlage hat K+S aber dort das Tempo verringert und behält sich die Entscheidung der Inbetriebnahme noch vor.
⭐ Das Freibad Bokeloh – Wärme aus dem Bergbau
Die Nähe zum ehemaligen Werksgelände des Bergwerks Sigmundshall ist kein Zufall – sie ist bis heute der Grund, weshalb es das Freibad Bokeloh überhaupt gibt. Seit Jahrzehnten wird das Beckenwasser nämlich mit Abwärme aus den Industrieanlagen des Bergbaukomplexes beheizt.
Diese besondere Energiequelle sorgt für das charakteristisch warme Wasser, das viele Besucher mit dem Freibad Bokeloh verbinden. Anders als vergleichbare Bäder verfügt die Anlage über keinen eigenen Schornsteinund nutzt kein Gaszur Beckenbeheizung. Die Wärme wird vollständig aus dem industriellen Umfeld gewonnen und macht das Freibad zu einem technisch wie historisch einzigartigen Standort.



🦐 Europas größte Indoor‑Garnelenfarm entsteht in Bokeloh
Im Innopark Sigmundshall wächst ein neues Leuchtturmprojekt: Gemeinsam mit
dem Start‑up Aquapurnaerrichtet K+S die größte und modernste
Indoor‑Garnelenfarm Europas. Damit wird der ehemalige Kalistandort
zu einem Zentrum innovativer und nachhaltiger Lebensmittelproduktion.
🤝 Partnerschaft für nachhaltige Lebensmittelversorgung
K+S investiert einen Betrag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich und übernimmt Bauherrschaft, Vermietung sowie die Versorgung der neuen Anlage. Aquapurna erhält zusätzlich Investitionen im siebenstelligen Bereich von privaten Geldgebern.
Standortleiter Carsten Möllerbetont die regionale Bedeutung:
„Mit Aquapurna siedeln wir ein nachhaltiges Geschäftsmodell im großen Stil an, das hervorragend zu unserem Innopark passt.“
Auch Saban Bala, verantwortlich für die Weiterentwicklung des Innoparks, sieht einen strategischen Meilenstein:
„Das Projekt nutzt die bestehende Infrastruktur optimal und zeigt, wie ehemalige Bergwerksstandorte erfolgreich transformiert werden können.“
🌍 Warum Garnelen aus Sigmundshall?
Importierte Garnelen sind häufig mit Umweltproblemen wie Mangrovenzerstörung oder Beifang verbunden. Viele europäische Alternativen sind technisch aufwendig und kaum skalierbar. Aquapurna setzt daher auf grüne Technologien, die die Garnelenzucht effizienter und umweltfreundlicher machen.
Gründer David Gebharderklärt:
„Gemeinsam mit K+S leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und autonomen Lebensmittelversorgung in Europa.“
Co‑Geschäftsführer Florian Göslingergänzt:
„K+S teilt unsere Vision einer besseren Welt durch den Einsatz grüner Technologien.“
🔬 Forschung, Entwicklung und geschlossene Kreisläufe
Aquapurna forscht seit über vier Jahren am Standort Sigmundshall. Die Garnelenzucht ist vollständig vertikal integriert: Vom Ei bis zur fertigen Garneleerfolgt jeder Schritt in Deutschland. Unterstützt wird das Unternehmen durch ein erfahrenes Managementteam und eine Technologiepartnerschaft mit Billund Aquacultureaus Dänemark, einem Weltmarktführer für landbasierte Aquakulturen.
Die ersten Produkte kamen bereits unter dem Namen „Gamba Zamba“in den Handel.
🏗️ Bau der neuen Farm – modern, effizient, nachhaltig
Die neue Anlage entsteht in drei Bauabschnitten:
Endausbau:Zwei Produktionshallen mit insgesamt ca. 18.000 m²– mehr als zwei Fußballfelder.
1. Bauabschnitt (2024–Mitte 2025):Eine Produktionshalle plus Versorgungs‑ und Infrastrukturtrakt mit ca. 4.000 m².
Energie:Die Hallendächer werden mit Solarpanelsausgestattet.
Technik:Moderne Kreislaufanlagen, die das Aufzuchtwasser zu über 98 % wiederverwenden.
Kapazität:Bis zu 800 Tonnen Garnelen pro Jahr.
Arbeitsplätze:Rund 50 neue Stellenam Standort.
🔧 Nutzung bestehender Infrastruktur
Neben dem Neubau wird Aquapurna:
die bestehende Garnelenanlage weiter betreiben und ausbauen,
das R&D‑Center erweitern,
zusätzliche Büroflächen in Sigmundshall anmieten,
und die Nutzung weiterer K+S‑Einrichtungen prüfen – inklusive Trainingscenter und erweiterter Larvenzucht.
Quelle :auepost 30.11.2023 - Redaktion
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♻️ 30 Jahre REKAL-Anlage Sigmundshall – Ein Erfolgsmodell der Kreislaufwirtschaft
Seit drei Jahrzehnten leistet die REKAL‑Anlage am Standort Sigmundshall
einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Rohstoffnutzung und zur Begrünung
der Halde des ehemaligen Kaliwerks.
Dieses Jubiläum wurde nun gemeinsam mit rund 90 Mitarbeitenden
und 20 geladenen Gästen feierlich begangen.
🌱 Nachhaltige Haldenbegrünung und neue Lebensräume
Die REKAL‑Anlage verwertet Rückstände aus dem Aluminiumrecycling und erzeugt daraus ein Rekultivierungssubstrat, mit dem die Halde seit 30 Jahren schrittweise abgedeckt wird. Dadurch entsteht ein vielfältiger Lebensraum: Über 150 Pflanzenarten, dazu Hasen, Dachse, Füchse, Rehe und Greifvögel haben sich bereits angesiedelt.
Standortleiter Carsten Möller betonte:
„Die REKAL‑Anlage ist der Grundstein für die Begrünung unserer Halde. Die entstandene Artenvielfalt zeigt, wie erfolgreich dieses Konzept ist.“
🔄 Gelebte Kreislaufwirtschaft
Für Mathias Hübner, Leiter der New Business Areas und verantwortlich für den Innopark Sigmundshall, ist die Anlage ein Paradebeispiel für nachhaltiges Wirtschaften:
„Die REKAL‑Anlage zeigt, wie K+S seit Jahrzehnten innovative Kreislaufwirtschaft praktiziert.“
Auch Wunstorfs Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD)würdigte die Bedeutung der Anlage:
„Hier wird eindrucksvoll demonstriert, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert. Zudem profitieren die Bürgerinnen und Bürger, denn die Abwärme des Kraftwerks beheizt das Freibad Bokeloh.“
🏗️ Ein mutiges Projekt mit Vorbildcharakter
Dr. Ralf Diekmann, langjähriger Projektleiter und ehemaliger Werksleiter, erinnerte an die anspruchsvolle Anfangszeit:
„Der Rekal‑Prozess war technisch herausfordernd und zuvor nur im Labormaßstab erprobt. Heute zeigt sich, dass die Entscheidung richtig war – wirtschaftlich wie ökologisch.“
🔧 Was die Anlage produziert
Die REKAL‑Anlage stellt nicht nur das Rekultivierungssubstrat für die Haldenabdeckung her. Sie gewinnt außerdem wertvolle Rohstoffe zurück:
Aluminiumgranulat
Kaliumchlorid
Ammoniumsulfatfür die Düngemittelproduktion
Dr. Stefan Linsinger, Leiter der Produktion über Tage, fasst zusammen:
„Die REKAL‑Anlage verbindet Umweltschutz und Rohstoffgewinnung – ein starkes Beispiel für nachhaltige Industrieproduktion.“
Quelle: auepost 27.09.2025 Redaktion

☀️ Solarpanels auf dem Kaliberg – Innovativer PV‑Versuch an den Haldenhängen
Am Kaliberg Sigmundshall läuft derzeit ein Pilotprojekt zur Nutzung von Solarenergie. Dabei wird erstmals eine Photovoltaikanlage nicht auf der Haldenplattform, sondern an den schrägen Hängeninstalliert – ein technisches Novum im Bereich der Haldenbewirtschaftung.
Der Versuch soll zeigen, ob sich die geneigten Flächen dauerhaft für die Energiegewinnung eignen. Bewährt sich das Konzept, ist eine Ausweitung auf bis zu 1.000 Quadratmeter Solarfläche geplant. Damit könnte die Halde künftig nicht nur rekultiviert und begrünt, sondern zusätzlich zur Erzeugung erneuerbarer Energiegenutzt werden.
quelle :auepost 3.8.2025