Strutzbergstollen

Zwei Bergaufsichtbeamte, der Fahrhauer Ernst Nolte und der Obersteiger Heinrich Wolperdingstehen stehen 1953 anläßlich einer Befahrung vor dem Mundloch des Strutzbergstollens

Alle Kumpel tragen die für die 50er Jahre typischen Lederhelme

Die Steiger tragen vor der Brust elektrische Steigerlampen, sog. "Blitzer ", die sich deutlich von den an der Stollen-Gittertür hängenden elektrischen Mannschaftslampen unterscheiden.



Auf der Abraumhalde des Strutzbergstollens steht der Zimmerhauer Wilhelm Bock mit den schwarzen Grubenpferd. Am Fuß der Halde sind der Kohlenbunker der LKW-Verladung und ein langgezogenes Betreibsgebäude zu erkennen. Im Gebäude befand sich das Steigerzimmer für die FahrhauerErnst Nolte aus Egestorf und Gustav Knake aus Rodenberg. Außerdem war hier die Waschkaue für die Bergleute untergebracht.


Im Strutzbergstollen wurden noch im Jahr 1960 monatlich etwa 1400 t Kohle gefördert. Mit der Einstellung des Betriebs am 30. Juni 1960 endete nach über 300 Jahren die Steinkohleförderung im Kohlerevier Deister.


Das Ende im Chaos

In Barsinghausen ist seit 1947 Bergassessor  Backhaus als Betriebsdirektor tätig; 1949 wird er  zum stellv. Leiter des
Gesamtbergamtes Obernkirchen- Barsinghausen berufen.
Die zentrale Werksleitung Preussag „Gesamtbergamt ObernkirchenBarsinghausen“ wird ihm 1950 wieder anvertraut,

unter erneuter Berufung zum Werksdirektor.


Nach der Einstellung der Förderung am 31.12.1960 auf der letztenSchaumburger Anlage Lüdersfeld ist er bereits am 1.1.1961 als Bergwerksdirektor des Kalisalzbergwerks Buggingen tätig.


Die letzten Abwicklungen der Stillegung werden vom kaufm. Direktor REMMECKE durchgeführt. 


Ein Chaos ergab der Verbleib der Unterlagen und damit wichtiger Unterlagen für der gesamte Aufarbeitung der Bergbaugeschichte Schaumburg / Deister.
Die Verwaltung sollte von Barsinghausen in das Schaumburger Land nach Lüdersfeld zurückgeführt werden, das neue Verwaltungsgebäude auf der Anlage Lüdersfeld war bezugsfertig, der Umzug, die Zuführung aller Unterlagen hatte begonnen, als die Stillegungsentscheidungverkündet wurde.
Unausgepackte Kisten, Sammlungen, alles was bei einer so langjährigen Verwaltung sich angehäuft hat, Archivalien und historisch interessante Urkunden, stapelten sich in den nicht mehr bezogenen neuen Arbeitsräumen in Lüdersfeld und verschwanden spurlos.  Laut  "Karl Müller" sind  viele Unterlagen einfach in den Schacht entsorgt worden.


  Deisterbergbau Hauer im Streb   Skizze von Steiger F. Kort

Kohle- Verladestation

Quelle: " Die Deister- Kohlepfade"

Auf der Verladerampe der Hohen-Warte-Einfallenden-Strecke ist ein kohlebeladener Förderwagen von untertage geschoben worden. Mittels Kreiselwippers, der den gesamten Wagen umdreht, wird die Kohle in den darunter befindlichen Bunker gestürzt. Am Kreiselkwipper steht " Druck" Dreier aus Egestorf.

Quelle: Host Krenzel

Eine Dampflokomotive der Hohe-Warter-600-mm Schmalspurbahn rangiert am Bremshäuschen"Hohe Warte". Die Bahn hat die Kohle aus den Hohe-Warte-Stollen, Hohen-Warter-Einfahrt und des Grünen-Brink-Stollens nach Egestorf zu der dortigen  Verladung gebracht.

Quelle: Horst Krenzel

 Im Jahre 1952
entstanden  hinter der Mooshütte in einem Gebäude, für die Bergleute eine Waschkaue mit Steigerzimmer, Badezimmer und Verbandszimmer, sowie im Keller die Ladestation für die Grubenlampen. Im zweiten Gebäude wurden die Trafostation, Stallungen und der Kompressorraum untergebracht.
Zwischen Eiskeller und Trafostation wurde gleichzeitig noch eine Garage eingerichtet. Durch den Bergbau bekam die Mooshütte auch gleichzeitig einen Stromanschluss.



Ursprünglich hat dort, wo sich heute die Mooshütte befindet, an einem kleinen Teich, der von der hessischen Quelle gespeist wurde, eine aus Knüppeln und Moos errichtete Schutzhütte gestanden.

Die Besucher, die am Wochenende von Bantorf oder Bad Nenndorf hierher kamen, sagten für gewöhnlich: „Wei gaht nae Quellen“

Bereits seit 1895 betrieb der Gastwirt der Königseiche in Bantorf, Fritz Hecht, mit Pferd und Wagen und auch nur bei schönem Wetter die Restauration an der Quelle.

Stollenmundloch des ehem. Strutzberg- Stollen